Burg Velešín

Rekonstruktion der Burg Velešín
Rekonstruktion der Burg Velešín

Die Burg Velešín ist eine der ersten königlichen Steinburgen in Böhmen. Deren Gründer war Wenzel I., nach dem sie benannt wurde. Von diesem erwarb sie durch Austausch gegen die für die Gründung der Stadt České Budějovice bestimmten Grundstücke Čéč von Budivojovice, der im Jahr 1266 erwähnt wird. Aus dessen Besitz ging sie an Beneš Pyšný von Velešín, den Vorfahren der Herren von Michalovice. Unter Ottokar Přemysl II. ging die Burg wieder in königlichen Besitz über. Wenzel II. überließ sie 1283 wieder den Herren von Michalovice, die sie 1387 an die Rosenberger verkauften. Die Burg war zu dieser Zeit ein königliches Lehnsgut. Aus dieser Lehnsbindung wurde sie erst von Wenzel IV. im Jahr 1391 entlassen.

 

Die heutige Ansicht der Burg Velešín
Die heutige Ansicht der Burg Velešín

Die Burg befand sich mehr als 100 Jahre im Besitz der Rosenberger. Nach 1487 wurde sie wegen zu hoher Instandhaltungskosten verlassen und als leer wird sie erstmals im Jahr 1541 erwähnt. Die Dominante der Burg bildete ein massiver Rundturm. Im Hang unter dem Turm verlief ein Zwinger, in den ein Zugangsweg mündete, der bis in den Innenhof des Burgkernes führte. Dieser Kern bestand aus Palasgebäuden mit angebauter einschiffiger Kapelle des Hl. Wenzel. Der hintere, niedriger liegende Teil der Burg, bestand aus einem weiteren Turm und einer Ringmauer mit unbekannter Bebauung. Die Burg war wahrscheinlich von beiden Seiten des steilen Vorsprungs zugänglich. An jeder Seite wurde sie von den beiden Vorburgen durch tiefe, in den Felsen gebrochene Gräben getrennt.

Sage

In der Zeit, als die Burg verlassen war, haben viele Menschen begonnen dort Schätze zu suchen, aber sie haben die Burg auch Stück für Stück auseinandergenommen. Ein Bauer entdeckte auf der Burg ein schön geschmiedetes Eisentor. Er zögerte sehr lange, doch endlich hat er sich entschieden, das Tor mitzunehmen, den es passte ihm sehr in sein Gut. Einer Nacht hat er das Tor mit seinen Gehilfen eingeladen und abtransportiert. Gleich am nächsten Morgen hat er das Tor bestückt; es war wie angegossen. Um Mitternacht begann das Tor jämmerlich zu quietschen. Doch am nächsten Morgen war es wieder ruhig. Der Hauswirt hat das Tor geschmiert und überprüft; alles war in Ordnung. Die nächste Nacht hat das Tor jedoch so stark geknirscht, dass die Hunde geheult, das Vieh gebrüllt und Pferde gewiehert haben. Beim Tagesanbruch hat wieder alles aufgehört. In der dritten Nacht war das jämmerliche Knirschen des Tores nicht mehr auszuhalten. Der Bauer hat sich entschieden, dass gespenstige Tor wieder zurück der Burg zu geben. In sein Gut kam dann wieder Ruhe und Behaglichkeit zurück.